Schneckenpost

Alles begann mit dem weihnachtlichen Gedanken meine US-Kollegen mit dem berühmten Deutschen Weihnachtsgebäck zu beliefern. Lebkuchen, Spekulatius, Christstollen… das volle Programm. Sie wissen schon! Gesagt getan, alles eingekauft, ab in ein Paket, Zolldeklaration geschrieben und am 11. Dezember in die Filiale gebracht. Dort sagte man mir das mein Paket in ca. 10 Tagen den Empfänger erreichen würde, maximal aber in 12 Tagen. Gut dachte ich mir, das ist ein Wort, dann es ja passend zu Weihnachten im Büro, maximal dann am 27. Dezember. Hätte ich geahnt, wie lange die DHL braucht um mein Paket in die USA zuzustellen, hätte ich es bereits Anfang November abgeschickt.

Laut DHL Tracking erreichte mein Paket bereits am 13. Dezember das Export-Paketzentrum in Saulheim und würde nun im Export-Paketzentrum bearbeitet. Dann tat sich nichts… für eine sehr lange Zeit. Genau genommen bis zum 24. Dezember 2013. Dann änderte sich der Eintrag und mein Paket würde nun ‘ins Zielland transportiert und dort an die Zustellorganisation übergeben’.

Und dabei blieb es. Bis heute. Mit Hilfe des Matchcodes konnte ich im USPS Trackingsystem zumindest in Erfahrung bringen, das sich meine Sendung im Status ‘Origin Post is Preparing Shipment’ befindet. Was bedeutet das DHL mein Paket noch nicht einmal übergeben hat, obwohl in den USA üblicherweise am 25., 26. und 31. Dezember normal gearbeitet wird. Die Antwort von Petra S. aus dem DHL ‘Kundenservice’ bestand aus überaus freundlich klingenden Textbausteinen, die aber am Ende nichts anderes aussagen als ‘Wir haben Dir gar nichts garantiert, stelle einen Nachforschungsauftrag wenn bis zum 17. Januar 2014 immer noch nichts beim Empfänger angekommen ist‘. Für diese ‘Leistung’ habe ich dann auch noch 41 EUR bezahlt.

Portierungswahnsinn mit O2

Irgendwann sass ich in einem kleinen unschuldigen Hotel in Frankfurt und musste feststellen, das ich auch nach 8 Versuchen nicht in der Lage war meine Arbeitskollegen zu erreichen — Fast Busy oder gar kein Ton im Hörer. Auch andersrum gab es Probleme. In einigen Regionen war ich selten bis gar nicht erreichbar, und ich musste ständig zurück rufen. Erzeugt Kosten und nervt. Die Hotline erzählte mir immer etwas von Einzelfällen (das kennen wir) und konnte im großen uns ganzen nie etwas für mich. Da wurde der Plan gefasst: Ein neuer Anbieter muss her!

Aufbruch zu neuen Ufern

Gesagt getan, nach einigem Stöbern habe ich mich für Fyve entschieden. Fyve ist im D-Netz, gehört zu einem großen Konzern (Pro7-Sat1 Media AG) und der Support die Dienstleistungen werden von Vodafone erbracht. Preise waren auch in Ordnung, keine Laufzeit so dass ich die Internet- und SMS-Optionen monatlich zu- oder wegbuchen kann. Ideal für mich. Dann ging er los, der MNP-Wahnsinn…

Der Wahnsinn beginnt

Am 05. Mai habe ich gekündigt, bis heute hat O2 es leider nicht geschafft mir eine schriftliche Kündigungsbestätigung zu schicken, um die ich in meinem Kündigungsschreiben gebeten hatte. Also hieß es an der Hotline nachfragen, bis endlich jemand das Datum 09.06.2012 nannte. An dem Tag sollte meine Mobilfunknummer bei O2 abgeschaltet werden. Inzwischen hatte ich von Fyve erfahren, dass die Portierung am 12.06.2012 statt finden sollte. 3 Tage ohne Mobiltelefon…. zu dem Zeitpunkt wegen Bereitschaften und Tagung extrem blöd.

Ich hatte Fyve gebeten noch einmal bei O2 anzufragen ob eine Portierung zum 09.06. möglich sei, damit alles reibungslos ineinander übergeht. O2 hat diese MNP-Anfrage mit “Zu früh” beantwortet, was entweder ein Ausrutscher des Azubis oder ein “Abschiedsgeschenk” für einen Ex-Kunden ist. Technisch ist das zumindest nicht zu erklären, da der früheste MNP-Termin immer ‘jetzt + 3 Werktage’ ist. (3 Jahre MNP-Backend für die Telogic, vormals Vistream, ich kenne mich da also ein bisschen aus).

Ich hatte vor einige Zeit gelesen, dass ein neues TKG in Kraft tritt, welches die Provider verpflichtet einer Rufnummernportierung bereits vor Vertragsablauf zuzustimmen (wer sich genau informieren will, §46 Absatz 1 des TKG vom 03.05.2012). Ich habe also Fyve gebeten, noch einmal einen Portierungsantrag zu stellen, ‘per sofort’. Das hat Fyve getan und wartet seit dem 28.05./29.05. auf Antwort von O2. Wenn sich die technischen Bestimmungen nicht grundlegend geändert haben, hat O2 48 oder 72 Stunden Zeit, um auf eine solche Anfrage zu antworten. Ich denke diese werden sie auch ausnutzen — ich denke es ist wieder ein ‘Geschenk’ für einen wechselnden Kunden.

Am Ende alles gut? Mitnichten…

Das alles wäre noch viel Zähneknirschen zu akzeptieren. Allerdings bekam ich am 29.05. nun eine SMS mit der Info, ich sei ab sofort unter der Rufnummer ‘0176/3xxxxxxx’ zu erreichen. Etwas verwundert stellte ich fest, dass O2 einen MSISDN-Swap veranlasst. Schön abends gegen 18.30 Uhr, damit der Kunde nicht mehr viel Unternehmen kann (Der MNP Desk ist zu dieser Zeit nirgendwo mehr besetzt). Immer wenn ich bei der O2-Hotline anrufe, erhalte ich verschiedene Aussagen. Eine Damen war sogar so dreist mir zu sagen, das die ganze Sachen “schon mal 8 – 10 Tage dauern könne” und das ich halt in der Zeit kein Mobiltelefon habe. Andere sagten die Nummer läge jetzt bei BNetzA — was der größte Schwachsinn überhaupt ist, die habe ich nämlich auch schon kontaktiert.

Ich stehe nun da: Nicht unter meiner Rufnummer zu erreichen, aber beruflich auf das Mobiltelefon angewiesen. Fyve kann mir nur sagen, dass eine neue Anfrage an O2 gestellt wurde, und das sie auf Antwort warten müssen. Von O2 bekomme ich keine vernünftige Aussage was überhaupt mit der Rufnummer ist und  wann die Rufnummer jetzt portiert wird.

Ich würde mir jetzt gerne einen Anwalt nehmen und O2 in alle Instanzen verklagen die das deutsche Justizwesen zu bieten hat. Da ich weder einen goldenen Löffel im Mund, noch Lotto-Millionen habe, ist das leider nicht drin. Also bleibt mir nur die Öffentlichkeit. Ein letztes Schreiben mit dem Hinweis auf das TKG ist unterwegs, allerdings bezweifle ich das es viel bewirken wird.